Freiwillige ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Kinder betreuen, bekommen von den Eltern für die Zeit der Veranstaltungen die Aufsichtspflicht übertragen.

Das kann durchaus stillschweigend geschehen, beispielsweise dadurch, dass ein Kind an einer Gruppe teilnimmt.

Für besondere Veranstaltungen sollte man sich aber immer eine besondere Einverständniserklärung der Eltern geben lassen.

Was beinhaltet die Aufsichtspflicht?

Das ist nicht gesetztlich, sondern durch Rechtssprechung geregelt. Dabei wird auch gewürdigt, dass Kinder und Jugendliche mit zunehmendem Alter sich zu eigenverantwortlichen Menschen entwickeln sollen. Dafür ist eine dauernde Reglementierung nicht hilfreich.

Sie müssen aber so beaufsichtigt werden, dass sie weder sich noch anderen Schaden zufügen können.

Das beinhaltet immer:

  • Belehrung

Kinder und Jugendliche müssen über mögliche Gefahren und ihre Vermeidung belehrt werden. Das ist sozusagen das Grundgebot der Aufsichtpflicht!

  • Überwachung

Eine Überwachung ist dann nötig, wenn man davon ausgehen muss, dass die Belehrung nicht befolgt wird oder wenn besonderer Anlass besteht, also besondere Gefahren bestehen.

  • Verbote

Ausdrückliche Verbote sind selten nötig, solange Belehrung und gegebenenfalls Überwachung ausreichen.

Sie müssen aber dann ausgesprochen werden, wenn besondere Gefahren drohen (z.B. beim Umgang von Kleinkindern mit Feuer oder von Jugendlichen mit Waffen), wenn es gesetzliche Verbote gibt oder wenn der Betreute die für eine Handlung erforderlichen Fähigkeiten nicht besitzt (z.B. nicht schwimmen kann)

  • Eingreifen

Eingreifen ist dann erforderlich, wenn ein Schaden zu erwarten ist oder die Folge eines Nichteingreifens besonders hoch ist.

Welche Folgen kann eine Verletzung der Aufsichtspflicht haben?

Eine Verletzung der Aufsichtspflicht kann zivilrechtlich Schadenersatzpflicht zur Folge haben. Werden Menschen verletzt oder gar getötet, drohen auch strafrechtliche Konsequenzen.

Wer ist schadenersatzpflichtig?

Die Aufsichtspflicht wird von den Eltern zjnächst einmal an den Verein oder die Organisation übertragen, diese überträgt sie wiederum an die Betreuerin oder den Betreuer.

Eltern können eine Schadenersatzforderung wahlweise gegen den Betreuer bzw. Betreuerin oder die Organisation richten.

Der Ehrenamtliche kann von der Organisation verlangen, dass sie für den Schaden aufkommt, sofern er nicht grob fahrlässig oder vorlässig gehandelt hat. (> Haftpflicht)

 

Weitergehende Informationen:

 

In den FAQ (unter „Interaktiv“) findest Du häufig gestellte Fragen und Antworten dazu. Du kannst dort oder hier in den Kommentaren aber auch selbst Fragen stellen und antworten,

 

Bild: flown / pixelio.de